Begleithundeprüfung am 04.10.2008 in Diedenbergen

 

Das Wetter sah nicht so rosig aus, aber es war ja erst 4h als für mich die Nacht vorbei war. Wie immer – vor Prüfungen – konnte ich natürlich nicht richtig schlafen und mir schossen tausend Gedanken durch den Kopf. Puma fand es klasse, dass Frauchen schon so früh im Haus rum geisterte und apportierte alle Schuhe, die er finden konnte.

Um 7h fuhr ich los und ließ vorher die Jungs nochmal so richtig toben, in der Hoffnung, dass mein Hitzeblitz Puma seine erste Energie verbraucht. In Diedenbergen angekommen, waren schon 2 Teilnehmer aus unserem Trainingskurs da. Kurz danach traf auch die liebe Sonderleitung – Angelika Straube – mit Sohnemann ein, den wir uns mal kurz von der Bundeswehr ausgeliehen haben um ihn als Schütze einzusetzen.

Nach und nach kamen die restlichen Teilnehmer und zu guter Letzt auch Stephan Steidl, der Mann, der sein Urteil über uns und unsere Hunde fällen sollte.

Zur Stärkung der Nerven, servierte Angelika Straube uns Kaffee, Tee und super leckeren Kuchen. Hier nochmal ganz lieben Dank, Angelika, für deine Fürsorge!!! Ich konnte noch nichts essen und Kaffee hatte ich auch schon genug getrunken, was für mein Nervenkostüm sowieso nicht gut war.

Die Anmeldung der Hunde ging zügig voran und Angelika Straube – in engen Kreisen auch Frau „Generaldirektorin“ genannt – hielt uns einen Vortrag mit erhobenen Zeigefinger, was wir alles nicht tun dürfen, um den Prüfungsablauf nicht zu stören. Im Anschluss stellte sich Stephan Steidl vor und gab uns noch ein paar Hinweise über die Prüfung und den Ablauf. Ich hatte ja schon das Vergnügen mit ihm, als mein Grizzly seine BHP machte und konnte mich noch gut an seine strengen Bewertungen erinnern. Trotzdem war ich froh, ihn als Richter zu haben, weil ich ja nicht wusste wie andere Richter sind und wie heißt es so schön…“nach Käs kommt nix besseres“!!!

Der erste Prüfling startete und ich kam an zweiter Stelle. War ich wieder mal froh, dass ich keine Hündin habe, weil ja die Rüden immer zuerst dran kommen. „Alles ganz schnell hinter mich bringen“, war mein Gedanke und schon war ich dann auch dran. Mit leerem Kopf startete ich und habe in meiner Nervosität wieder mal nicht richtig zugehört. Leinenführigkeit und Freifolge mit 2x Sitz ohne Kommando! Tja, hätte ich mal besser zugehört oder vorher nochmal die PO durchgelesen…aber nein, ich setzte völlig selbstverständlich den Sitzpfiff ein und war sogar noch überzeugt, dass ich das ganz toll machte.

Noch völlig von meinem Tun überzeugt, durchliefen wir die nächsten Aufgaben ohne große Probleme und es kam das Zitterfach 5!!! „Puma, wehe du stehst auf“ schickte ich noch per Gedankenübertragung zu ihm und er blieb brav liegen. Fein gemacht, mein Bub! Bei der vorletzten Aufgabe stellte Puma meine Nervosität nochmal auf eine harte Probe! Dummy flog, Puma ging auf Kommando los und fand erst mal das Dummy nicht gleich. Dann nahm er es auf und schaute mich erst einmal frech an. „Na toll – jetzt will er auch noch diskutieren“, brummelte ich in mich hinein. Hier fruchtete meine Gedankenübertragung nicht mehr, obwohl ich ihn gedanklich ins Tierheim schicken wollte. Vielleicht hätte ich einen alten Schuh als Apportgegenstand nehmen sollen?! Ich musste ihn 2x auffordern, zu mir zu kommen, was er dann auch - zu seinem Glück - tat.

Letzte Aufgabe war ein Klacks, da Puma nichts besser kann, als frei loszuflitzen und Leute fröhlich begrüßen, die auch noch schießen. Geschafft, wir waren fertig!

Nun kam die Beurteilung und ich wurde ganz schnell vom Richter auf den Boden der Tatsachen geholt. Mit ernster Miene schmetterte mir Stephan entgegen: „Leinenführigkeit und Freifolge…ich hatte gesagt, Sitz OHNE KOMMANDO!“

„Oje, Petra was hast du da gemacht?“ dachte ich und schaute in die fragenden Gesichter der anderen Teilnehmer.

Jetzt wusste ich, wie sich die DSDS- Kandidaten fühlen, wenn sie vor Dieter Bohlen stehen und den Text einfach nicht mehr wissen. Ich konnte nämlich auch nicht erklären, warum ich das getan hatte. Logischerweise hat uns das Punkte gekostet und das Ding mit dem Dummy natürlich auch. Hier und da bemängelte er ein paar Kleinigkeiten, aber die waren zu verkraften. Es kam das ersehnte Wort: „bestanden“!!! Wir schafften es sogar – trotz Sitzpfiff – auf den 3. Platz.

Es ging weiter mit den restlichen Prüflingen und es gab einige enttäuschte und traurige Gesichter, sowie die Glücklichen die bestanden haben. Ja, manche hatten wirklich Pech und ihre Hunde durchliefen die Prüfung sehr gut, bis es an einer Aufgabe scheiterte. Andere verzweifelten an der gut riechenden Wiese, die unzählige Hasenköttel präsentierte oder an der Reaktion ihrer Hunde bei Prüfungsstress. Warum und weshalb die Hunde an diesem Tag nicht so liefen, wie man es erwartete, ist egal! Es sind keine Maschinen, die auf Knopfdruck an und ausgehen. Stephan Steidl tröstete zum Abschluss mit den Worten: „es ist und bleibt der gleiche Hund, wie vor der Prüfung!“

Und ich kann nur noch hinzufügen, dass es nur eine Begleithundeprüfung ist, die keinerlei Bedeutung für die Zukunft des Hundes hat, egal in welcher Hinsicht. Nur nicht aufgeben und aufhören, sondern daran anknüpfen, wo es gehapert hat. Im Frühjahr klappt es dann bestimmt!

Gaby Thiel-Gottwald galt als Favoritin und bestätigte es mit dem 1. Platz. Sylvia Strate zog mit dem 2. Platz und furchtbar ernster Miene - während der Prüfung – nach. Der Wettergott hatte es gut gemeint und verschonte uns mit Regengüssen, die eigentlich angekündigt waren.

Vielen Dank an Stephan Steidl, der streng aber fair gerichtet hat und mit dem nächsten Hund werde ich wieder die BHP bei ihm machen, dann aber ohne Sitzpfiff!!!

Petra Stroh mit King Fields Dark Puma

 

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